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Behind the Scenes: Sicherheitskonzepte in Las Vegas |
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5.005 Zimmer, 29 Suiten, 1.800 Türen, ein Löwengehege, ein Nachtklub, eine Veranstaltungsarena, ein über 27.870 m2 großes Kongresszentrum, mehrere renommierte Restaurants und 3.800 Spielautomaten und 170 Spieltische, das sind nur einige der beeindruckenden Zahlen des MGM Grand Kasino-Hotels in Las Vegas. Damit all diese Bereiche reibungslos funktionieren können, wird ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept benötigt, welches durch 230 Vollzeit- und 50 Teilzeitmitarbeiter realisiert und durch einen enormen technischen Aufwand vervollständigt wird. Sicherheit wird im MGM Grand nicht nur als notwendig erachtet, vielmehr ist sie eine Dienstleistung am Gast. Die Sicherheit des Kasino-Hotels ist in zwei Abteilungen unterteilt, Hotelsicherheit und Kasinosicherheit, wobei diese ähnlich arbeiten und sich ihre Bereiche zum Teil überschneiden. Die Hotelsicherheit deckt alle gästebetreffenden, die Kasinosicherheit alle geldrelevanten Bereiche ab. In Nevada ist Glücksspiel unter 21 Jahren illegal und Schilder im Kasino verweisen auf dieses Gesetz. Hin und wieder kommt es trotzdem noch vor, dass Minderjährige versuchen, sich Zutritt zu verschaffen. Eine Alterskontrolle wie in Deutschland ist bei der Größe und bei dem Konzept der Spielhallen in Las Vegas undenkbar. Die Mitarbeiter der Hotelsicherheit überprüfen bei Bedarf das Alter der Gäste, stellen sicher, dass keine verbotenen Geräte, wie Mobiltelefone, Kameras und elektronische Manipulatoren im Kasino verwendet werden und sichern die Privatsphäre der Besucher. Das Verbot von Kameras und elektronischen Manipulatoren ist offensichtlich zum Schutz des Kasinos und der Gäste gedacht. Ohne Fotos ist es für potentielle Betrüger nahezu unmöglich, bei der enormen Größe der Kasinos die räumliche Struktur zu erfassen. Der Schutz der Privatsphäre der Gäste ist ein weiterer Grund, den Gebrauch von Kameras zu untersagen. Das Verbot von Mobiltelefonen erscheint auf den ersten Blick absurd, leuchtet jedoch ein, wenn man bedenkt, dass in den Kasinos auch Wetten platziert werden. Da die Kasinos dicht beieinander liegen, könnten sich Gäste über bessere Quoten in anderen Kasinos informieren und in das entsprechende Kasino wechseln. Einzelne Spieler haben einen Ausweg gefunden. Sie nutzen einfach ein Funkgerät, um einen Mitspieler in einem anderen Kasino anzufunken, so dass dieser das Kasino verlassen kann, um wiederum per Handy die entsprechende Konkurrenz-Information zu erhalten. Objektiv betrachtet, nutzt das Verbot der Mobiltelefone nur insofern, als dass andere Gäste nicht gestört werden. Die Hotelsicherheit weist Gäste auf Fehlverhalten hin und entfernt unerwünschte Personen wie Prostituierte und Kriminelle vom Grundstück. Die Gäste mit Hausverbot werden in einer für alle Mitarbeiter frei zugänglichen Kartei geführt, und ihre Fotos hängen an einer Wand im Sicherheitsbereich, gleich neben den Fotos der vom FBI gesuchten Verbrecher. In den meisten Fällen ist ein Eingreifen der Polizei nicht nötig, da man sehr geduldig vorgeht und gegebenenfalls solche Personen auch mehrmals des Grundstücks verweist. Zu den möglichen Fehlverhalten von Gästen, die von der Sicherheit geahndet werden, zählt Schlafen im Kasino wie auch das Belästigen von anderen Gästen. Angetrunkene oder Betrunkene werden, solange sie spielen, durchaus geduldet, sofern sie nicht auffällig werden. Neben der Sicherheit im Kasino ist für das Personal die Gewährleistung der Sicherheit für Gäste in den Hotelzimmern oberstes Gebot. Die Benutzung der Fahrstühle zu den Zimmern ist in einigen Kasino-Hotels ausschließlich Gästen vorbehalten. Eine Begleitung durch Nicht-Gäste ist möglich, es muss dem Sicherheitspersonal jedoch mindestens ein Zimmerschlüssel vorgezeigt werden. Das oben genannte Aufgabenfeld ist in der Regel für die Öffentlichkeit problemlos ersichtlich. Rund um die Uhr wird durch mindestens einen Mitarbeiter das Telefon der Sicherheit bedient. Dieser protokolliert alle von der Zentrale an ihn vermittelten Gespräche in einem PC. Für alle Vorfälle, in denen ein Sicherheitsmitarbeiter eingreifen musste, wird ein Bericht geschrieben. Die Berichte dokumentieren neben Diebstählen und anderen kriminellen Vorkommnissen auch alle Krankheiten und Unfälle von Angestellten und Gästen. Sollte es notwendig werden, so leistet das Sicherheitsteam Erste Hilfe bis hin zu Wiederbelebungsmaßnahmen mittels eines transportablen Defibrillators. Verletzte werden zunächst in das eigene, direkt am Hotel liegende medizinische Center transportiert. Die Dokumentation aller Vorfälle und Anrufe dient in erster Linie zum Schutz vor gerichtlichen Klagen, die in den USA weit häufiger auftreten als in Deutschland und schnell in die Millionenhöhe gehen können. Im Falle einer Klage kann durch die Dokumentation der Sachverhalt schnell und problemlos rekonstruiert und der Schadensanspruch eventuell abgewiesen werden. Diese Vorgehensweise erwies sich in der Vergangenheit hilfreich und effektiv. Fast alle Sicherheitsmitarbeiter sind ehemalige Soldaten, Polizisten oder FBI-Beamte. Sie durchlaufen eine drei- bis vierwöchige interne Ausbildung, bei deren Abschluss sie einen Test mit 84 Fragen bestehen müssen. Die Hotelsicherheit ist in fünf Bereiche unterteilt: die Zentrale, die Fahrradfahrer, die die Außenbereiche überwachen, die uniformierten Kräfte im Hotel selbst, die Mitarbeiter bei großen Veranstaltungen in der eigenen Halle und schließlich die Türsteher vor dem Nachtklub Studio 54. An "heißen" Tagen arbeiten bis zu fünfzig Mitarbeiter gleichzeitig für die Sicherheit. Diese Zahl wird jedoch selten erreicht, da zu wenig Personal zur Verfügung steht. Die Kasino-Hotels haben einen erhöhten Bedarf an Sicherheitspersonal. Eine der Hauptregeln für die Mitarbeiter ist neben der Höflichkeit das Verbot von Waffen. Eine Waffe würde in einem mit Menschen gefüllten Kasino ohnehin wenig sinnvoll sein. Sollte es zum Ernstfall kommen, so lassen die Mitarbeiter Kriminelle einfach das Kasino-Hotel verlassen. Der Weg von einer Kasse zum Ausgang ist weit und nicht auf Anhieb zu finden, denn in den meisten Kasino-Hotels lässt sich die Umsetzung des Konzepts, die räumliche Übersicht in den Kasinos für die Gäste möglichst kompliziert zu gestalten, um diese so lange wie möglich im Hause zu halten, wiederfinden. Da das MGM Grand außerdem für die Polizei schnell erreichbar ist, kann einem Kriminellen der Weg zügig versperrt werden. Die Kasinosicherheit überwacht ausschließlich den Umgang mit Geld. Jede Nacht zwischen 01:00 und 03:00 Uhr wird die Geldzählung der 3.800 Automaten vollzogen. Der Ablauf ist prinzipiell mit dem in Deutschland identisch. Die numerierten Geldkisten, die sich unter den Automaten befinden, werden nach einem bestimmten Rhythmus ausgewechselt. Dazu werden keine Bereiche des Kasinos abgesperrt, vielmehr weisen die Sicherheitsleute, von denen mindestens drei an der Zählung beteiligt sind, die Gäste auf die Zählung hin und bitten sie, einen anderen Spielautomaten zu nutzen. Im Gegensatz zu Deutschland sind die Geldkisten lediglich durch ein Schloss gesichert, ein Finanzbeamter ist nicht zugegen. Das Auswechseln der Kisten erfolgt zügig, um den Spielbetrieb so wenig wie möglich zu stören. Schon beim Einwurf werden alle Münzen und Scheine durch einen Computer registriert, so dass die Summe bereits im Vorfeld bekannt ist – ein Verfahren, dass auch in Deutschland bald zum Einsatz kommen soll. Das genaue Rechnersystem, beziehungsweise Betriebssystem der eingesetzten Rechner, war leider nicht in Erfahrung zu bringen, da dies zu den gut gehüteten Geheimnissen gehört. Im täglichem Geschäft kommt es vor, dass Automaten gewartet oder aufgefüllt werden müssen, für einen solchen Vorgang sind mindestens zwei Mitarbeiter zuständig. Diese sind in der Regel nicht als Sicherheitsleute zu erkennen. Sollte es notwendig werden, an einem der 170 Spieltische Geld oder Chips zu tauschen, so wird dies bei Beträgen unter 500.000 Dollar durch einen, bei darüber liegenden Beträgen durch zwei Mitarbeiter der Sicherheit erledigt. Ein Finanzbeamter oder neutraler Beobachter ist in der Regel nicht anwesend. Wie zu Beginn bereits erwähnt, sind zwei Abteilungen für die Sicherheit zuständig. Daher existieren zwei Überwachungsräume. Der Zutritt zu der Kasinoüberwachung ist nur Sicherheitsbeamten gestattet, da deren Lage und Ausstattung ein streng gehütetes Geheimnis ist. Im Gegensatz hierzu ist es möglich, Zugang zur Hotelüberwachung zu bekommen. Die Überwachung des Kasinos betrifft ausschließlich den direkten Spielbetrieb, also die Automaten und Spieltische. Alle sichtbaren Kameras, die an der Decke montiert sind, sind nach Bedarf und ohne Muster installiert. In den Bereichen, in denen keine Spielmöglichkeit vorhanden ist, zum Beispiel Durchgänge und Hauptlaufwege zwischen den Kasinobereichen, lassen sich keine Kameras an der Decke ausmachen, während der Teil über den Spielbereichen jedoch förmlich mit ihnen übersaht ist. Durch die Kasinoüberwachung werden nicht nur die Gäste, sondern auch sämtliche Mitarbeiter wie "dealer", Kellnerinnen und Wartungsmitarbeiter überprüft. Kein Weg und kein Handgriff, den die Mitarbeiter machen, bleibt unbeobachtet. Die Beobachtung der Mitarbeiter ist ein wesentliches Ziel der Überwachungskameras, ein System mit Erfolg, wie die Erfahrung zeigt. Das MGM Grand ist dermaßen von der Überwachung überzeugt, dass die Verantwortlichen sagen, es gibt keinen Diebstahl oder Betrug bei den Angestellten. Sollte es dennoch dazu kommen, so werden die entsprechenden Mitarbeiter nicht etwa gekündigt, sondern "terminiert". Dies ist der Begriff, den die Verantwortlichen für den Vorgang der Entlassung verwenden. Er macht klar, dass diese Mitarbeiter in Las Vegas keine ähnliche Stelle mehr bekommen werden. Sie werden also nicht nur entlassen, sondern die bisherige Berufstätigkeit wird durch die Kündigung regelrecht ausgelöscht. Das Herzstück der Kameraüberwachung ist der Überwachungsraum selbst. Die Hotelüberwachung ist in der eingesetzten Technik wesentlich moderner als die Kasinosicherheit und im Anhang schematisch dargestellt. Im Überwachungsraum laufen 1.700 Kameras zusammen, deren Aufnahmen durch Tageslichtprojektoren an vier Leinwänden selektiv dargestellt werden können und von drei Mitarbeitern an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr kontrolliert werden. Die Ansicht der Leinwände ist dreigeteilt und in schwarzweiß. Auf jeden Ausschnitt können zwischen einer und sechzehn Kameraausschnitten projiziert werden, also gleichzeitig maximal 192 verschiedene Blickwinkel des Hotels. An den Arbeitstischen haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, die Darstellungen auf den Leinwänden zu steuern und ausgewählte Ausschnitte auf einem PC in Farbe zu betrachten. Der Mitarbeiter kann nun über einen Joystick die Kamera drehen und das Bild vergrößern. Die Vergrößerung ist enorm, jedoch zeigte eine Demonstration, dass das Bild bei größerer Entfernung unscharf wird. Das MGM Grand verfüge insgesamt über mehr Kameras – sichtbar und unsichtbar – als jedes andere Kasino-Hotel, sagte Frank Guarino, der Koordinator des Security Trainings. Eine Überprüfung dieser Aussage ist jedoch schwerlich möglich, da er sich über die genaue Anzahl oder auch nur eine Größenordnung ausschweigt. Dass die Zahl der Kameras enorm sein muss, lässt sich daraus entnehmen, dass die bereits erwähnten 1.700 Kameras nur der Hotelsicherheit dienen und den Kasinobereich nicht mit einschließen. Die von der Sicherheit eingesetzten PCs sind wie viele andere an das hausinterne Windows NT Netzwerk gekoppelt. Diese Tatsache machte es möglich, eine in der Testphase befindliche Personenerkennungssoftware zu verwenden. Diese Software greift auf eine gemeinsam hinterlegte Datenbank zu und ist in der Lage, Personen recht zügig namentlich zu identifizieren. Je mehr Informationen zu einem Gesicht hinterlegt sind (verschiedene Blickwinkel), desto schneller wird diese Person durch die Software erkannt. Der Vorteil der Software ist offensichtlich: Jonathon Moore, der Security Surveillance Supervisor, und seine Mitarbeiter müssen sich nicht an die Gesichter aller Mitarbeiter oder unerwünschter Gäste erinnern, die Software übernimmt einen großen Teil der Arbeit. Um alle Kameraaufzeichnungen zu sichern, sind im MGM Grand 350 Videorekorder im Einsatz. Einige der Rekorder können mehrere Kameras auf unterschiedlichen Spuren sichern. Alle Bänder werden sieben Tage aufbewahrt, bevor sie wieder überspielt werden. Um die Anzahl der Rekorder in naher Zukunft zu einem absoluten Minimum zu reduzieren, testet das MGM Grand zur Zeit die Möglichkeit, die Kameradaten digital auf Festplatten zu speichern. Diese Sicherungsmöglichkeit ist wesentlich schneller und kostengünstiger als die herkömmliche Methode. Um gegebenenfalls ein bestimmtes Ereignis im Hotel vor Gericht wiederzugeben, muss die entsprechende Stelle lediglich von der Festplatte auf eine CD gebrannt werden. Ein Qualitätsverlust kann dabei ausgeschlossen werden. In Amerika ist die Anerkennung solcher Medien vor Gericht noch sehr umstritten, das MGM Grand ist dabei ein Vorreiter für die Akzeptanz von Videos auf CD-ROM. Sobald die Gerichte akzeptieren, dass zwischen der digitalen Version auf CD und der analogen Version auf einer Videokassette kein Unterschied besteht, kann die Umrüstung der Überwachungsräume beginnen. Der oben erwähnte Unterschied zwischen der Hotel- und der Kasinoüberwachung, ist lediglich in der Technik zu finden, die Kasinosicherheit nutzt noch nicht die Tageslichtprojektoren sondern herkömmliche Bildschirme und ist dabei, laut eigener Aussage, genauso erfolgreich. Die Qualität eines Kasinos steht und fällt mit den Mitarbeitern. Die Auswahl guter Mitarbeiter ist essentiell. In Las Vegas wird diese Auswahl völlig anders getroffen als in Deutschland. Ein wesentlicher Unterschied ist zum Beispiel die Ausbildung der zukünftigen Beschäftigten. Im Gegensatz zu Deutschland, wo das Kasino selbst Kurse anbietet, gibt es in Las Vegas spezielle Schulen für den Beruf des "dealers". Die Schulen operieren unabhängig von den Kasinos und vermitteln Interessierten den Beruf, in diesem Fall also Regeln und Handgriffe. Anders als in Deutschland erfolgt keine Auswahl der Teilnehmer. Auch Charaktereigenschaften und Hintergrundwissen über die Teilnehmer sind für die Schulen irrelevant. Es wird keine Aussicht oder Garantie auf einen Job gegeben. Die letztendliche Auswahl findet in den jeweiligen Kasinos statt. Das MGM Grand veranstaltet hin und wieder Einstellungswochen, wo sich Interessenten bewerben können. Der Auswahlprozess beginnt mit einem Film über das MGM Grand und der zukünftigen Arbeitsstelle. Im Anschluss daran muss der Interessent entscheiden, ob er sich bewerben möchte oder nicht. Ist dies der Fall, so füllt er sofort vor Ort den Bewerbungsbogen aus. Nun hat der Bewerber noch zwei Hürden zu nehmen, auf deren erste das MGM Grand besonderen Wert legt. Obwohl sie für uns ein wenig ungewöhnlich ist, so ist sie jedoch durch die Verknüpfung zu Hollywood und der Unterhaltungsindustrie verständlich: Es wird von dem Bewerber erwartet, dass er seine Fähigkeit zu tanzen und zu singen unter Beweis stellt. Im Vergleich dazu erscheint die zweite Hürde kaum noch wie eine: Jeder zukünftige Mitarbeiter wird von vier Interviewern befragt. Bei dieser Befragung werden keine Routinefragen gestellt, und es muss auch kein Standardfragebogen wie in Deutschland ausgefüllt werden, vielmehr wird die Kreativität des Mitarbeiters gefordert. Es soll geprüft werden, ob der Mitarbeiter zu dem bestehenden Team passt. Ein gravierender Unterschied zu Deutschland ist der Umgang mit Bewerbern, die zum Beispiel massive finanzielle Probleme haben. Hier hat man keinerlei Berührungsängste und es werden sogar Bewerber mit Spielproblemen eingestellt. Solchen Mitarbeitern werden Beratungsstellen und Therapiehilfen empfohlen. Das MGM Grand geht auf Grund der nahezu perfekten Überwachung davon aus, dass kein Mitarbeiter stiehlt oder betrügt, und sieht daher in solchen Mitarbeitern keinerlei Gefahr. In den USA ist die Installation von Überwachungskameras nicht von der Bewilligung durch einen Betriebsrat oder einer Gewerkschaft abhängig. Alle Mitarbeiter sind sich der Überwachung bewusst. Die Zahl der Betrügereien ist nach eigenen Aussagen verschwindend klein. Verstärkt wird diese Sicherheit dadurch, dass alle Mitarbeiter, die mit Geld arbeiten, einer FBI Prüfung unterzogen werden. Ein Verfahren, das in Deutschland durch die Anforderung eines polizeilichen Führungszeugnis ebenfalls vergleichbar praktiziert wird. Durch die Einstellung spielsüchtiger Menschen und einer möglichen Therapie sind die Kasino-Hotels dem neuen Mitarbeiter sogar sozial behilflich. Für die 8.000 Mitarbeiter gelten strikte Regeln. Für sie alle ist der Zutritt zu dem hauseigenen Nachtklub untersagt. Es soll dadurch verhindert werden, dass ein Gast, der beim Spielen Geld verloren hat, mit dem Mitarbeiter in Berührung kommt, mit dem er gespielt hat. Unangenehme Situationen, die eventuell zu kriminellen Handlungen führen könnten, werden dadurch vermieden. Um die betrügerische Zusammenarbeit zweier Mitarbeiter zu verhindern, dürfen Mitarbeiter nicht im eigenen Arbeitsbereich spielen. So darf zum Beispiel ein Kartengeber nicht an Kartenspielen teilnehmen, wohl aber an den Automaten spielen. Umgekehrt darf ein Techniker der Automaten eben nicht dort sein Glück herausfordern. Ein direkter Vergleich der Sicherheitskonzepte in Deutschland und in Nevada lässt die Schlussfolgerung zu, dass die Systeme sich von der Durchführbarkeit her kaum unterscheiden. Die nahezu perfekte Überwachung der Kasinos sollte auch in Deutschland erstrebenswert sein. Entsprechende Stellen wie Betriebsrat, Gewerkschaften oder Politiker müssten davon überzeugt werden, dass eine solche Anlage allein der Aufdeckung krimineller Machenschaften dient. Der Betriebsrat und die Gewerkschaften könnten ihren sozialen Zielen den Mitarbeitern gegenüber dadurch gerecht werden, dass mehr Mitarbeiter eingestellt werden könnten. Bei der Einstellung neuer Mitarbeiter wäre die Befürchtung der Kasinobetreiber, betrogen zu werden, minimalisiert. Damit entstünden durch die dauerhafte Überwachung der Kameras sogar neue Arbeitsplätze. Die Vorabregistrierung der in die Automaten eingeführten Münzen und Scheine ist sinnvoll und sollte so schnell wie möglich genutzt werden. Die Fehlerquelle Mensch wird dadurch auf ein Minimum reduziert. Von der Umsetzung der Sicherheitsfragen bei der enormen Größe der Kasino-Hotels kann man sicherlich einiges lernen, bei der Übertragbarkeit muss man jedoch genau überprüfen, was sinnvoll und der Größe des Kasinos angepasst ist. Schließlich bieten die Kasinos hierzulande nicht alle 3.800 Automaten, 170 Spieltische und beschäftigen 8.000 Mitarbeiter. |